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2021

"Gesprächsoffen in alle Richtungen" – pet sprach mit Gordon Bonnet, dem neuen Geschäftsführer von ZZF und WZF.

Die Erwartungen, die der Zentralverband an den neuen Mann knüpft, sind groß
Mit dem neuen Geschäftsführer Gordon Bonnet will der ZZF im Dialog mit politischen Entscheidungsträgern seinen Einfluss weiter vergrößern. pet sprach mit dem Juristen, Wirtschaftsmediatoren und Journalisten.

Mit seinen Geschäftsführern war der ZZF in der Vergangenheit nicht immer von Glück gesegnet. Das könnte sich nun mit Gordon Bonnet grundlegend ändern. Die Erwartungen, die der Zentralverband an den neuen Mann knüpft, sind jedenfalls groß. Entsprechend umfangreich ist von Beginn an sein Aufgabengebiet: Der 48-Jährige hat Anfang Januar nicht nur die Geschäftsführung des ZZF übernommen, sondern in Personalunion auch die seines Tochterunternehmens WZF, des Interzoo-Veranstalters. Mit dieser Maßnahme soll die Schlagkraft des Verbandes weiter erhöht werden. "Er verkörpert für uns innovative Dynamik und diplomatisches Geschick", stellte ihn ZZF-Präsident Norbert Holthenrich zu Jahresbeginn vor.

Sind die Vorschusslorbeeren gerechtfertigt? Bonnet bringt für seinen neuen Job zahlreiche Berufserfahrungen mit. Er arbeitete zunächst als Pressereferent bei der IHK Frankfurt, dann als Leiter Unternehmenskommunikation und Mitglied der Geschäftsführung der IHK Wiesbaden. In dieser Position entstand auch der Kontakt zum ZZF, "der in Wiesbaden über einen hohen Bekanntheitsgrad verfügt", so Bonnet. Er verantwortete die Bereiche Standortpolitik und Kommunikation, betreute unter anderem den Branchenausschuss Einzelhandel und engagierte sich in Gremien des Deutschen Industrie- und Handelskammertages in Berlin. Bevor Bonnet zum ZZF wechselte, war er Mitglied der Geschäftsleitung einer auf Live-Kommunikation und Creative Consulting spezialisierten Kreativ-Agentur.

Der neue Geschäftsführer von ZZF und WZF ist redegewandt und vielseitig interessiert. Zu seinen Hobbys zählt er Schnorcheln und Tauchen ebenso wie die Tierbeobachtung. Seit Kindesbeinen lebt er mit Heimtieren zusammen. Bonnet sieht sich als Teamplayer. Er weiß, was er an den erfahrenen Mitarbeitern in der Verbandsgeschäftsstelle in Wiesbaden, aber auch an dem Sachverstand anderer Verbandsgremien und -gruppen hat. Er unterstreicht, dass Impulse für die weitere Stärkung der Heimtierbranche ausschließlich gemeinsam gesetzt werden sollen. Im persönlichen Gespräch mit ihm wird auch immer wieder deutlich, dass Bonnet seine Ziele nicht mit der Brechstange, sondern im verständnisvollen Dialog mit allen Akteuren der Heimtierbranche umsetzen will.

"Sachbezogen und gesprächsoffen"

Gegenüber der Politik sieht er sich als eine Art Übersetzer, der auf der Basis von Fachwissen und Praxiserfahrungen geduldig verdeutlicht, welche konkreten, mitunter auch negativen und schädlichen Folgen ein Gesetzesprojekt für die Heimtierbranche und die gesamte Heimtierhaltung haben kann. "Wir wollen nicht als die lautesten Marktschreier in Erscheinung treten, sondern sachbezogen argumentieren. Dafür wird der ZZF seit Jahren von der Politik geschätzt." Auch gegenüber Tierschutzgruppen sieht sich Bonnet "in alle Richtungen gesprächsoffen". Ihm ist dabei bewusst, dass bei allen Unterschieden in Einzelfragen ein gemeinsames Band in der Mensch-Tier-Beziehung besteht, das manche Gräben zu überwinden hilft. Der neue Verbandsgeschäftsführer zeigt durchaus Sympathie und Verständnis für manche Forderungen der Tierschutzgruppen. Etwa, wenn strengere gesetzliche Maßnahmen gegen den illegalen Welpenhandel und andere Missstände gefordert werden. Gleichzeitig warnt er allerdings bei allem Verständnis dafür, Tiere als Lebewesen zu achten, auch davor, keinen idealisierten Zustand der Natur zu zeichnen. "Vielen Tieren geht es unter menschlicher Obhut besser als in der freien Natur."

Image-Gewinn des Zoofachhandels

In der Corona-Pandemie hat der Zoofachhandel nach Einschätzung von Bonnet innerhalb der Bevölkerung weiter an Wertschätzung gewonnen. Mit seiner Fachkompetenz habe er vielen Menschen, die sich im Lockdown für ein Heimtier entschieden, zahlreiche wichtige Informationen und Haltungstipps vermittelt. Damit sei viel Vertrauen gewonnen worden, so Bonnet. Daran mitzuwirken, dass der Zoofachhandel und Hundesalons durchgängig als systemrelevant eingestuft bleiben, nennt der Verbandsgeschäftsführer als eine der wichtigsten Aufgaben des ZZF in Corona-Zeiten. Das sei nicht immer einfach gewesen, weil zum Beispiel das Verständnis für die Wichtigkeit einer professionellen Hundepflege in nicht allen Gesundheitsämtern gleich stark ausgeprägt sei.
Im Kontakt mit der Politik sei dem ZZF zugutegekommen, dass enge Verbindungen zu den Entscheidungsträgern schon vor dem Beginn der Corona-Krise geknüpft wurden. "Auf den hohen Bekanntheitsgrad, den der ZZF genießt, konnte man in der Pandemie aufbauen und die Position des Verbands in virtuellen Fachgruppengesprächen gezielt einbringen", sagt Bonnet. Auch die Arbeit in sozialen Netzwerken habe in der täglichen Verbandsarbeit an Wert gewonnen, betont er.

Weil der ZZF seit dem Ausbruch der Pandemie in seiner eigenen Arbeit den Wert der zunehmenden Digitalisierung festgestellt hat, ist es dem Verband ein großes Anliegen, die so genannte digitale Transformation der Heimtierbranche mitzugestalten. Die Interzoo.digital, die vom 1. und 4. Juni Industrie, Handel und Dienstleistungsbetrieben aus der gesamten Welt eine wichtige Plattform bot, sich und neue Produkte zu präsentieren, hält Bonnet deshalb für gelungen.
pet-Fachmagazin | Ausgabe 6/2021

Heimtier-Kongress 2021

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