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2019

Im Interview: Stephan Tromp, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland e. V. und Managing Director der IFS Management GmbH

In der Lebensmittelwirtschaft sehen wir neben den gesellschaftlichen Trends viele technologisch Entwicklungen, welche die Branche beeinflussen. Digitalisierung ist dabei das vorherrschende Thema.

Dazu einige Fragen:

Wie wird der Qualitätssicherer von morgen arbeiten?
Der Qualitätssicherer der Zukunft wird viel stärker als bisher die gesamte Lieferkette beachten müssen und analysieren, welche Risiken es in der gesamten Kette gibt, die das eigene Produkt negativ beeinflussen können. Die bequeme Betrachtung „Ein Schritt vor, ein Schritt zurück in der Lieferkette" ist heute nicht mehr ausreichend, um alle Risiken zu beherrschen! Eine umfassende Risikoanalyse wird deshalb immer wichtiger.

Durch die sich verändernden gesellschaftlichen Erwartungen an Lebensmittel, Lebensmittelhersteller sowie -händler wird es immer wichtiger, die Lieferkette genau zu kennen und zu beobachten. Ist die Lieferkette von morgen für jeden transparent und mit welchen Technologien kann dies erreicht werden?
Globalisierung bedeutet immer Arbeitsteilung. Seit Adam Smith ist dies das Grundwesen der Ökonomie. Gerade im der Lebensmittelindustrie stellt dies eine unglaubliche Herausforderung an die Qualitätssicherer dar. Die steigenden Anforderungen der Verbraucher in Bezug auf Informationen über Herkunft, Inhaltsstoffe und Herstellungsweisen der Lebensmittel schaffen aber auch das notwendige Klima für Innovation. Wir werden bei einigen Produkten, vorrangig Monoprodukten immer mehr Ansätze für eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Produkte und Informationen über Herstellung sowie Transport mittels Blockchain im Markt sehen. Je komplexer die Produkte werden, insbesondere im Convenience-Bereich, desto größer ist die Herausforderung für nachhaltige Transparenz zu sorgen.

Der IFS hat von Anfang an auf digitale Tools gesetzt. Warum und wohin geht diese Reise und was können wir vom IFS erwarten?
Seit Beginn des IFS arbeiten wir mit einer internetbasierten Datenbank, in der wir das allererste und das letzte hochgeladenen IFS-Audit finden können. Eine Software stellt sicher, dass alle IFS-Auditberichte immer nach dem gleichen Format geschrieben werden. Eine App unterstützt die Betriebe bei der Implementierung von IFS-Anforderungen und der Durchführung von internen Audits. Wir haben ein Machine Learning Tool entwickelt, das die Lebensmittelwarnmeldungen der USA, EU sowie UK analysiert. Dieses Tool wird ab 1. Quartal 2020 den zertifizierten IFS-Betrieben zur Verfügung stehen, um das Risiko-Monitoring zu unterstützen. Im nächsten Schritt werden wir an auf Künstliche Intelligenz (KI) basierten Lösungen arbeiten, so dass wir die IFS Auditberichte schneller analysieren zu können. Die Ergebnisse dieser Auswertungen werden wir den Nutzern der IFS-Datenbank über ein Dashboard zur Verfügung stellen. Sie erhalten dadurch zum Beispiel einen besseren Einblick in Abweichungen oder Risiken, die in für sie relevanten Produktgruppen häufiger festgestellt werden.

Der HDE und der IFS sind von Anfang an Partner des Food Safety Kongresses. Was sind die USP's dieses Kongresses für Sie persönlich?
Der Food Safety Kongress war eine Idee von mir, um eine Netzwerkplattform zum Austausch zwischen Industrie, Handel, Serviceprovidern und Zertifizierungsstellen zu schaffen. Dies ist geglückt, sage ich nicht ohne Stolz. Die Food Safety Konferenz ist mittlerweile der Treffpunkt für die gesamte Branche. Hier werden spannende Projekte vorgestellt und es findet ein intensiver Austausch zwischen den Teilnehmern statt. In dieser Kombination liegt für mich die Stärke des Kongresses.

Stephan Tromp wird den Food Safety Kongress eröffnen und eine Live Demo zeigen, wie KMU ein eigenes kleines Issue Management mit IFS aufbauen können.

Food Safety Kongress 2021

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