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NEWS & FACTS

2020

Weiter gut behaupten

Nach dem Rewe-Lekkerland Deal und dem daraus resultierenden stärkeren Wettbewerb von Rewe und Edeka im C-Markt, ändern sich einige Vorzeichen. Wir sprachen mit MCS-Geschäftsführer Torsten Eichinger darüber, wie er sich auf die Situation einstellt.

Was war das Jahr 2019 aus Ihrer Sicht in Sachen Großhandel für ein Jahr?
Es war natürlich ein sehr spannendes Jahr, dass sicherlich seine Schatten auf die kommenden Jahre vorausgeworfen hat. Die Entscheidungen, die hier getroffen wurden, werden bestimmt den gesamten Markt beeinflussen. Von daher lassen wir uns mal überraschen, was da letztlich bei herauskommt.

Als MCS arbeiten Sie ja von Anfang an in einem Markt, in dem ein übermächtiger Wettbewerber die Szene beherrscht. Man hat aber den Eindruck, dass Sie damit über die Jahre gut zurecht gekommen sind und dass sich diese Underdog-Thematik für Sie oft sogar positiv ausgewirkt hat. Sehe ich das verkehrt?
Nein, so ist das sicherlich auch weiterhin. Jetzt sehen wir uns sogar zwei übermächtigen Wettbewerbern gegenüber, denn die beiden größten Einzelhändler sind in diesem Markt aktiv. Dieser ist eigentlich eine Mini-Nische im Vergleich zum Stammgeschäft der beiden Player. Wir sind der letzte reine Convenience-Händler, der das Vollsortiment anbietet. Als solcher habe wir künftig natürlich auch den ein oder anderen Druck, aber wir sind zuversichtlich, dass wir uns in diesem Geschäft auch weiter gut behaupten können. Unsere mittelständischen Kunden honorieren seit jeher die Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Die Spannung in der Branche wegen des Rewe-Lekkerland-Deals ist spürbar. Viele fürchten die steigende Marktmacht eines einzelnen Players. Glauben Sie, dass Sie davon profitieren werden?
Am Ende des Tages geschiegt das, was der Kunde will. Er entscheidet mit seiner Wahl des Lieferanten darüber, wie sich dieser Markt weiterentwickeln wird. Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten schon so einige interessante Gespräche geführt, die uns für die Zukunft recht zuversichtlich stimmen. Auf Seiten der Kunden muss aber auch der Mut da sein, diesen Schritt zu tun. Es geht darum, nicht nur ein Angebot einzuholen, um einen Angebotsvergleich zu machen, sondern tatsächlich auch mal den Weg des Lieferantenwechsels zu beschreiten.

Also wurden die Angebote kleinerer Lieferanten von den Shop-Betreibern bisher zu oft nur als Verhandlungsargument mit Lekkerland eingesetzt?
Richtig. Irgendwann müssen dann aber auch mal die richtigen Entscheidungen getroffen werden, wenn sich im Markt etwas ändern soll.

Viele werten die Initiative der Rewe auch als positives Entscheidung für diesen kleinteiligen Markt und als Zeichen für seine Zukunftsfähigkeit. Sehen Sie das auch so?
Ich habe den Markt ja immer schon positiv gesehen und die gewisse Kleinteiligkeit hat ihm gut getan. Aber es gibt ja Player – auf Angebots, wie auf Nachfrageseite – die ja nicht so klein sind. Darauf hat ja interessanter Weise auch das Kartellamt in seiner Entscheidung Bezug genommen. Deshalb würde ich gar nicht sagen, dass dieses Geschäft so kleinteilig ist. Ich sehe diese Initiative im Übrigen auch nicht als positiven Impuls. Als großer Nachfrager würde ich mit jetzt schon so meine Gedanken darüber machen.

Das Bundeskartellamt meinte, die Marktmacht des neuen Players sei nicht übermäßig groß. Ist das aus Ihrer Sicht richtig?
Warum haben die Großen, bis auf einen, in den vergangenen Jahren so fleißig bei nur einem Lieferanten gekauft? Es ist nicht so einfach, in dieser Größenordnung den Lieferanten zu wechseln. Natürlich gibt es unterschiedliche Vermarktungsmöglichkeiten, die die großen Mineralölgesellschaften viel besser spielen können als andere und sie haben auch gegenüber der Industrie eine gute Verhandlungsposition. Aber unter dem Strich hat natürlich auch eine große Mineralölgesellschaft keine eigene Logistik. Da hört es mit der Vergleichbarkeit auf. Die Ware muss ja irgendwie von A nach B kommen, die kann ich ja nicht per E-Mail verschicken. Dafür braucht man den Großhandelspartner. Versuche, das Ganze mit reinen Logistikern zu lösen, haben jedenfalls hier zu Lande bisher noch nicht richtig gut funktioniert. Von daher glaube ich, dass die Position der Mineralölgesellschaften diesbezüglich vom Kartellamt vielleicht ein bisschen überbewertet wurde.

Erwarten Sie, dass sich das Ringen von Rewe und Edeka nach dem Lekkerland-Verkauf stärker im C-Markt niederschlägt? Mit einem ähnlichen Kauf nachziehen, kann Edeka ja nicht.
Wenn der Größte vom Markt ist, kann man da zunächst nichts mehr machen und wir stehen ja nicht zum Verkauf. Aber im Ernst: Dieser Wettbewerb, der zwischen Köln und Hamburg ausgetragen wird, ist deren Spiel, da möchte ich mich nicht einmischen. Wir haben unser eigenes Spielfeld und müssen schauen, dass wir dieses gut beackern und uns um unsere Kunden im Mittelstand kümmern.

Es heißt oft, dass die alte Weisheit „retail is detail" hier noch besonders gültig ist. Sehen Sie das auch so?
Genau. Wer hier ganz gravierende Veränderungen hineinbringen will, der muss wahrscheinlich auch selbst in den Convenience-Einzelhandel einsteigen. In diesem Markt machen die Menschen den Unterschied aus, die vor Ort mitgenommen werden müssen. Gerade in dieser Hinsicht wird der Convenience-Handel die Entwicklungen im Großhandel ganz genau beobachten.

Die Betreiber wollen vor allem wie gewohnt betreut werden...
Richtig und da ist eben die Frage, ob das in so einem Unternehmens-Merger zu leisten ist. Da kommt immer irgendwann der Punkt, wo Synergien erwartet werden. Wir haben ja vor 25 Jahren mit der Übernahme der Sügro durch Lekkerland eine ähnliche Situation im Markt erlebt. Ich war in diesen Tagen bei einem Kunden mit 50 Shops, der diesbezüglich von einem 'Déjà-vu' gesprochen hat. Viele solcher Kunden sind nicht erfreut von dieser Entwicklung. Meine Anspannung bezüglich dieser Situation hält sich deshalb in Grenzen.

Welche konjunkturellen Vorzeichen für das Convenience-Geschäft gibt es aus Ihrer Sicht für das Jahr 2020?
Konjunktur hin oder her – wenn es wieder einen tollen Sommer gibt, dann ist das konjunkturelle Thema wahrscheinlich schon ausgeglichen. Nach den Erfahrungen der vergangenen beiden Jahre spielt das Wetter bald die allergrößte Rolle in unserem Geschäft. Man sagt nicht umsonst, ‚das Wetter ist der beste Verkäufer', das gilt zumindest für Getränke. Es kann sich natürlich in beide Richtungen bewegen. Im Convenience-Geschäft rechne ich vor allem damit, dass wir einige spannende neue Shop-Formate bekommen. Da ist aus meiner Sicht inzwischen eine richtige Welle losgetreten worden. Diese neuen Shops bringen natürlich den gesamten Convenience-Markt nicht direkt nach vorne, aber sie weisen einen positiven Weg, weil einfach viel getan wird.

Das Interview mit Torsten Eichinger führte Hans Jürgen Krone, Chefredakteur Convenience Shop und Vorsitzender "Handel und Wandel" im Rahmen der Titelstory "Großhandel im Wettbewerb" in Heft 8/2019.
Torsten Eichinger ist Teilnehmer der Podiumsdiskussion "Gastronomie vs. Shop" am 13. Februar 2020.

Handel und Wandel in Tankstellen und Convenience-Shops

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